12.15
Uhr
Museum Schnütgen (St. Cäcilien)
Kunsthistorische Kurzführung
für Konzertbesucher*innen in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Romanische Kirchen in Köln
12.30
Uhr
museum schnütgen (ST. cäcilien)
atem – der göttliche Klang der Sheng
Im Mittagskonzert nimmt uns der Sheng-Virtuose Wu Wei solissimo mit auf eine polyphone Reise – von mittelalterlichen Klängen des japansichen Kaiserhofs über chinesische Oper bis hin zu Jazz und Neuer Musik.
Die Sheng gehört zu den ältesten Blasinstrumenten Chinas und blickt auf eine über 3.000-jährige Geschichte zurück. Als Mundorgel mit 17, 21 oder 37 Pfeifen gilt sie als früher Vorläufer der Harmonikainstrumente. Durchschlagende Metallzungen erzeugen den Ton, sobald die Grifföffnungen der Pfeifen geschlossen werden; gespielt wird sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen. Anders als viele traditionelle chinesische Instrumente kann die Sheng auch Akkorde hervorbringen – und verbindet so chinesische Melodik mit einer vielstimmigen Klangwelt.
Wu Wei gilt als Pionier dieses Instruments. In den vergangenen 25 Jahren hat er die Sheng weltweit als Soloinstrument etabliert, neue Spieltechniken und Klangfarben entwickelt und ihr Repertoire durch Improvisationen und Uraufführungen erweitert. Seine Kompositionen widmen sich oft aktuellen Themen, erforschen polyrhythmische Strukturen, wodurch die Sheng in neuen musikalischen Kontexten wie dem Jazz oder der Neuen Musik hörbar wird. Seine künstlerische Vision verbindet technische Virtuosität mit expressiver Tiefe, was ihn zu einer inspirierenden Künstlerpersönlichkeit sowohl für Spezialisten chinesischer Musik als auch für ein breites Publikum macht. Im Konzert schlägt er schlägt Brücken zwischen alter chinesischer Klangtradition und zeitgenössischen Ausdrucksformen, zwischen Improvisation, Jazz und Neuer Musik – und eröffnet der jahrtausendealten Sheng immer wieder neue musikalische Räume.
PROGRAMM
Banchi kicho no choshi
Gagaku-Musik aus dem 7. Jahrhundert
Chao Yan Ge
Melodie aus der Kun-Oper
Atem 1
Komposition: Manabe Naoyuki
Forest of Bamboos Nr. 0
Komposition: Wu Wei
Innere Landschaft I
für Rohrblattflöte Bawu
Komposition: Wu Wei
Ohne Titel
Neues Werk zum Thema göttlich und / oder irdisch
Komposition: Shi Fuhong
Calling
Komposition: Wu Wei
Atem auf Streichinstrumenten (Pferdekopfgeige)
Komposition: Wu Wei
Dragon Dance
Komposition: Wu Wei
Mitwirkende:
Wu Wei, Chinesische Mundorgel
Nur Tageskasse 15 Euro (ermäßigt 10 Euro)
19.45
Uhr
St. Maria im Kapitol
Kunsthistorische Kurzführung
für Konzertbesucher*innen in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Romanische Kirchen in Köln
20.00
Uhr
Romanische Nacht in St. maria im kapitol
Die „Romanische Nacht“ – Musik und Ort verschmelzen zu einzigartigem Ambiente am Mittsommerabend.
Sendung: Die Romanische Nacht zum Nachhören in WDR 3 Konzert (Sendeterin wird gesondert bekanntgegeben)
Vier Konzerte der Romanischen Nacht:
Abendkasse und VVK 35 Euro (ermäßigt 25 Euro)
→ zum Ticketkauf über Kölnticket
20.00
Uhr
mitten wir im leben sind
Was könnte passender sein zur Eröffnung der Romanischen Nacht in St. Maria im Kapitol voller Stimmglanz als ein Klangbad in Felix Mendelssohn Bartholdys großem Chorwerk. Mendelssohn verstand es wie kaum ein Zweiter, die Singstimme zum Strahlen zu bringen und zählt zu den herausragenden deutschen Kirchenkomponisten des 19. Jahrhunderts. Nicht zuletzt verdankt die Musikwelt ihm mit der Wiederaufführung der Bachschen Matthäuspassion nicht nur eine unvergleichliche „Bach-Renaissance”, sondern auch eine Vielzahl an eigenen chormusikalischen Kostbarkeiten. Neben den bekannten Oratorien „Elias” und „Paulus” schuf er rund 50 geistliche Chorwerke, die mit ihrer kunstvollen Kontrapunktik, ausdrucksvollen Harmonik und Klangschönheit zum Inbegriff romantischer Klangsprache geworden sind.
Umrahmt wird eine erlesene Auswahl an Vertonungen für bis zu achtstimmigen Chor a cappella des heutigen Abends von Orgelwerken, mit denen Mendelssohn auch dem seit Bachs Tod einsetzenden Verfall der Orgelkultur entgegenwirken konnte, ja ihr zu neuer Blüte verhalf.
PROGRAMM
FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY (1809-1847)
„Kyrie eleison“ WoO 23 für Doppelchor
Präludium G-Dur op. 37 Nr. 2 für Orgel
„Warum toben die Heiden“ op. 78 Nr. 1 für Doppelchor und Soli a cappella
„Ehre sei Gott in der Höhe“ WoO 26 für Doppelchor und Soli a cappella
Fuge e-Moll für Orgel
„Mein Gott, warum hast du mich verlassen“ op. 78 Nr. 3 für Doppelchor und Soli a cappella
„Allegro maestoso“ (3. Satz), aus: Sonate D-Dur op. 65 Nr. 5 für Orgel
„Heilig, heilig“ WoO 27 für Doppelchor a cappella
Passacaglia c-Moll für Orgel
„Mitten wir im Leben sind“ op. 23 Nr. 3 für Doppelchor a cappella
Zum Abendsegen: „Herr, sei gnädig“ WoO 12 für gemischten Chor a cappella
Mitwirkende:
Michael Bottenhorn, Orgel
Vokalsolist:innen, N.N.
Chor des Bach-Vereins Köln ·
Christoph Siebert Leitung
21.00
Uhr
Basa Ahaide: Der Atem der Berge
Die Abenddämmerung führt uns zu den Liedern ohne Worte im Grenzgebiet zwischen dem Golf von Biskaya und den Pyrenäen. Hier lebt seit Jahrtausenden das Volk der Basken – mit einer einzigartigen Sprache und einer eigenständigen Kultur. Auch ihre Musik besitzt einen unverwechselbaren, archaischen Charakter. Basa Ahaide nennt man im Baskenland traditionelle Lieder ohne Worte: ein freier, meist solo gesungener Gesang, der eng mit Landschaft, Atem und Körper verbunden ist. Übersetzt wird der Begriff meist als „wildes Lied“ – basa im Sinne von ungezähmt, naturverbunden. Ursprünglich von Hirten in den Bergen gesungen, spiegelt dieser Gesang die tiefe Beziehung zwischen Mensch und Natur. Die langen, schwebenden Melodien verlangen einen ruhigen Atem und große innere Kraft. So entsteht eine Musik, die an Vogelrufe erinnert – als würde die Stimme selbst für einen Moment fliegen und sich mit Wind, Berg und Landschaft verbinden.
Julen Axiari stammt aus einer baskischen Musikerfamilie aus Soule/Bayonne, sein Vater Beñat Axiari prägte die Entstehung der Folklore imaginaire in den 1970er Jahren. Er erlernte Basa Ahaide von regionalen Meistersänger*innen und verbindet heute als einzigartige Musikerpersönlichkeit baskische Wurzeln mit Weltoffenheit. Im Truio mit der baskischen Sängerin und Schriftstellerin Maddi Oihenart und der baskischen Sängerin Claudine Arhancet bringen sie Basa Ahaide in den Weiten von St. Maria im Kapitol zum Klingen.
Mitwirkende:
Julen Archiary Trio
Julen Axiari: Gesang, Ttun-Ttun (Saitentambourin) und Leitung
Maddi Oihenart, Gesang
Claudine Arhancet, Gesang
22.00
Uhr
in aeterneum – josquin des Prez
Wenn die Dunkelheit St. Maria im Kapitol einhüllt, schenkt uns das Leipziger Vokalquintett amarcord einen Moment der der Ewigkeit mit seinem Prorgamm „In aeternum – Josquin des Prez“. Josquin des Prez (ca. 1450–1521) gilt als erster Superstar der westlichen Musikgeschichte; schon zu Lebzeiten berühmt, wurde sein Name später sogar für zahlreiche fremde Werke verwendet – ein Zeichen seines enormen Ansehens. Als führender Vertreter der franko-flämischen Komponisten prägte er die Musik der Renaissance entscheidend: mit kunstvoller, imitierender Polyphonie und einer neuen Sensibilität für die Beziehung zwischen Text und Musik.
Im Mittelpunkt des Programms im Romanischen Sommer steht Josquins geistliche Musik zu Ehren der Jungfrau Maria. Viele Werke greifen mittelalterliche Marienhymnen auf und entfalten sie in vielstimmigen, poetischen Klanglandschaften. Nach Josquins berühmtester Motette, Ave Maria…virgo serena, die auf einer traditionellen Mariensequenz basiert, hören wir eine Art „Pasticcio-Messe“ – eine vollständige Messe mit Sätzen aus verschiedenen Werken Josquins wie das berühmte Ave Maria… virgo serena , die alle auf dem Korpus marianischer Hymnen basieren. Ein besonderes Rätsel bleibt die Motette Illibata Dei mater nutrix: ein musikalisches Kryptogramm voller Anspielungen, in dem Josquin sogar seinen eigenen Namen versteckt. Den Abschluss bildet Salve Regina, eine eindringliche Bitte um Fürsprache der Gottesmutter.
Nach Jahrhunderten des Vergessens gilt Josquin heute wieder als einer der größten Meister der Renaissance – in aeternum.
PROGRAMM
Josquin des Prez (um 1450–1521)
Ave Maria … virgo serena
Mariensequenz Ave Maria … virgo serena
Kyrie & Gloria Missa Ave maris stella
Marienhymnus Ave maris stella
Credo Missa de beata virgine
Illibata Dei virgo nutrix
Sanctus Missa de beata virgine
Marienantiphon Alma redemptoris mater
Agnus Dei Missa Mater patris
Marienantiphon Salve regina
Salve Regina
Mitwirkende:
Armacord Vokalquintett
Wolfram Lattke, Tenor
Robert Pohlers, Tenor
Frank Ozimek, Bariton
Daniel Knauft, Bass
Holger Krause, Bass
23.00
Uhr
Vox humana moderna
Mit dem VokalOrchester NRW betritt kurz vor Mitternacht ein Ensemble die Bühne des Romanischen Sommers, das die Zukunft des kollektiven Singens neu denkt. Improvisation bildet das Herz des Klangkörpers: Atem und Stimme verschmelzen zu einer lebendigen Architektur des Augenblicks – mal als kollektiver Klangraum, mal in solistischen Linien und frei improvisierten Formen, die es nur in diesem einen Moment gibt. Zwischen den freien vokalen Landschaften und Werken u. a. von Meredith Monk, Theo Bleckmann und Bon Iver entfaltet sich ein Programm voller experimenteller Vokalkunst, Performance und stilistischer Grenzgänge.
So entsteht ein Konzert als flüchtiges Bauwerk, errichtet aus dem Atem und der Energie des Augenblicks, in dem jede Stimme Teil eines größeren Ganzen ist – spontan, kraftvoll und immer im Moment.
PROGRAMM
Pyramids
Freie Improvisation
Meredith Monk (*1942)
Other Worlds Revealed (2008)
Meredith Monk
Panda (1986)
Turn
Freie Improvisation
Free Duett
Freie Improvisation
Judith Simon (*1987)
Oh weiter Abend (2019)
(Text Georg Heym (1887–1912))
Orchestra
Freie Improvisation
Theo Bleckmann (*1966)
We are not the same (2014)
Circle Song
Freie Improvisation
Bon Iver (*1981)
715 – CRΣΣKS (2016)
Niklas Genschel (* 1987)
Arrangement (2017)
Julia Zipprick (geb. 1981) (Musik & Text)
In your own time (2021)
Mitwirkende:
Vokalorchester NRW
Martin Fondse, Leitung
Alle Konzerte der Romanischen Nacht:
Abendkasse und VVK 35 Euro (ermäßigt 25 Euro)
→ zum Ticketkauf über Kölnticket






