MITTWOCH, 4. JULI 2012

St. Severin | 17 Uhr
"Mysterium"
Orgelwerke von Olivier Messiaen und Charles M. Widor
Agata Lichtscheidel und Winfried Lichtscheidel, Orgel
nur Abendkasse 5 Euro

St. Kunibert | 20 h
Festkonzert 30 Jahre Förderverein Romanische Kirchen Köln

"Die Psalmen Davids"
vertont von jüdischen, christlichen und muslimischen Komponisten des 16. und 17. Jahrhunderts
Salamone Rossi Hebreo
Claude Goudimel
Ali Ufkî / Wojciech Bobowski
Jan Pieterszoon Sweelinck

Solistenensemble Stimmkunst, Leitung Kay Johannsen
Ensemble Sarband, Gesamtleitung Vladimir Ivanoff

Die Psalmen spiegeln das gesamte Spektrum menschlicher Lebenserfahrungen und verkündigen gleichzeitig das Wort Gottes, so bieten sie auch für nur wenig oder gar nicht religiöse Menschen einen Zugang zu einem spirituellen Miteinander. Das Programm des Abends mit Psalmen-Vertonungen von Komponisten aus drei Religionen macht erlebbar, wie die Psalmen als Quelle der Spiritualität, als politisches Instrument, Verknüpfung von Tradition und Moderne, vor allem aber als eine die Menschen zueinander führende Brücke dienen können. Die Ensembles verschränken die Werke Salamone Rossis, Claude Goudimels, Jan Pieterszoon Sweelincks und Wojciech Bobowskis ineinander, um die wohl ursprünglich intendierte Wirkung der Psalmen Davids wieder aufleben zu lassen: Geheiligte Brücken zu schlagen, zwischen Völkern, Religionen und Menschen.


Abendkasse 15 Euro, ermäßigt 10 Euro
VVK 18 Euro, ermäßigt 12,50 Euro
WDR 3 live 20.05 h

St. Gereon |22 h

"Fragment I"
Streichquartette von York Höller, Peter Ruzicka und Johannes Brahms
Minguet Quartett

Abendkasse 15 Euro, ermäßigt 10 Euro
VVK 18 Euro, ermäßigt 12,50 Euro
WDR 3 Konzert 13. Juli 2012, 20.05 h

 

DONNERSTAG, 5. JULI 2012

St. Aposteln | 17 Uhr
"Verwandlung"
Transkriptionen und Orgelwerke von Johannes Brahms,
Wolfgang Amadeus Mozart, Jean Guillou und Franz Liszt
Yanka Hékimova, Orgel
nur Abendkasse 5 Euro

St. Ursula |20 h
"Geheimnis"
Werke für Streichorchester u.a. von Arvo Pärt, Peteris Vasks, Charles Ives und Ralph Vaughan-Williams
WDR Sinfonieorchester Köln
Mikhel Kütson, Leitung
Abendkasse 15 Euro, ermäßigt 10 Euro
VVK 18 Euro, ermäßigt 12,50 Euro
WDR 3 live 20.05 h

Kunst-Station Sankt Peter | 22 h
"Fragment II"
Kafka-Fragmente op. 24 von György Kurtág
Salome Kammer, Sopran
Caroline Widmann, Violine

Vierzig kurze Auszüge aus Franz Kafkas Tagebüchern und Briefen, zu den 1985/86 entstandenen „Kafka-Fragmenten“ für Sopran und Violine verdichtet, brachten György Kurtág den internationalen Durchbruch: Mit der Uraufführung bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik im April 1987 war er schlagartig im Westen bekannt und gilt inzwischen als der bedeutendste zeitgenössische ungarische Komponist. Das kleingliedrige, dichte Werk, verbindet Beobachtungen und Wortspiele des Dichters, die immer wieder in Paradoxien und Desillusionierungen führen, mit Klängen zwischen Flüstern und Schreien, Sprechen und Koloraturgesang, bloßem Geräusch und sattem Geigenton. Ein Text wie „Geschlafen, aufgewacht, geschlafen, aufgewacht, elendes Leben“, von Kurtág fast zynisch als tänzerische „Berceuse“ betitelt, bietet Sopranistin und Violinistin eine Vertonungsaufgabe, die nur Meisterinnen ihres Fachs bewältigen können. Die Stimme dient als unmittelbares Sprachrohr der Seele, die Violine lotet all ihre Möglichkeiten aus und beide Klangelemente sind einander gleichberechtigt, schaffen gemeinsam so zarte wie heftige, simple wie durchdachte Gebilde, eine schmucklose Spinnenwebmusik , deren Schönheit ihrer Wahrhaftigkeit entspringt. Die autobiografische Prägung des Werkes, das noch vor dem Mauerfall entstand, ist in jedem Ton spürbar: «Wir krochen durch den Staub, ein Schlangenpaar» beschreibt das Künstlerpaar Marta und György Kurtág die Zeit.


Abendkasse 15 Euro, ermäßigt 10 Euro
VVK 18 Euro, ermäßigt 12,50 Euro
WDR 3 Konzert, 13. Juli 2012, 20.05 h

 

FREITAG, 6. JULI 2012

St. Maria im Kapitol | ROMANISCHE NACHT | 20:00 bis 01:00

FRAGE, GEHEIMNIS, FRAGMENT
In der romanischen Nacht formt sich die beeindruckende Architektur von St. Maria im Kapitol zum Kaleidoskop, in dem sich die „Fragmente“ der Musik stündlich zu neuen, anregenden Klanggebilden fügen.
Schon der Beginn ist überraschend, wenn Didier Francois um 20:00 auf der Nyckelharpa musiziert, einem seit dem frühen Mittelalter bekannten Instrument, das Fiedel und Drehleier vereint, in seiner heute bekannten Form für die virtuosesten Kompositionen geeignet ist und seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts in den unterschiedlichsten Musikstilen eingesetzt wird. Der flämische Künstler, sowohl als Virtuose auf der Nyckelharpa und der Violine als auch als Bildhauer erfolgreich, ist für sein facettenreiches Spiel und seine ganz besondere Art der Haltung des Instrumentes berühmt, die eine freiere Handhabung und einen offeneren Klang ermöglicht: Innovation und Tradition treffen in diesem Konzert aufeinander. Um 20:30 erfüllen die Stimmen und Klänge von Mala Punica die Kirche: Das extravagante, polyphone Programm des mit zahllosen Preisen ausgezeichneten Ensembles kombiniert geistliche und weltliche italienische Musik des späten Mittelalters unter dem verheißungsvollen Titel „whispering Fragments“. Ein weiterer, anregender Bruch folgt um 21:00, wenn die flüsternden Fragmente Helmut Lachenmanns Streichquartett Nr. 3 „Schrei“ und der Uraufführung von Robert H.P. Platz „strings“ begegnen. „Strings“ lädt ein in die aufregende Welt der Kosmologie, in der statt eines Universums eine Vielzahl voneinander unabhängiger Multiversen existieren, eine andere Art der Polyphonie. Und ganz nebenbei auch noch ein Portrait der Stargäste des Abends: Des Arditti Quartetts, das das Publikum bei der Aufführung einkreist! Eine neue Klangerfahrung, die die Ohren neu öffnet für die traditionelleren Klänge des Kammerchores Consono, der ab 22 Uhr religiöse Werke singt, darunter Frank Martins Messe für Doppelchor a cappella, dessen erstaunlicher Mischung aus Schlichtheit und Archaik sich kein Hörer entziehen kann, und Brahms Missa Canonica, erst 1983 erstmals ausgegraben, eine glanzvolle Messe ohne Gloria und Credo – auch sie ein Fragment also und das gesamte Programm mit den letzten Fragen der Menschheit befasst.
Zeit für einen weiteren Bruch – um 23:15 folgt das Stahlquartett mit „Metal“ ganz besonderer Art: Vier klassisch ausgebildete Musiker bespielen mit Bassbögen stählerne Skulpturen und Stahlcelli – und lassen dazu gelegentlich Obertongesang ertönen. Die Skulpturen erzeugen Klänge von betörender Reinheit und Langsamkeit, nehmen Zeit und Klang unter die Lupe und ermöglichen so einen völlig neuen Zugang zu vertraut geglaubten Werken, locken in geheimnisvolle Klangwelten – ohne sich dabei jedoch in Esoterik zu verlieren. Auch optisch ist der Auftritt des Stahlquartetts ein Erlebnis!
Ab Mitternacht steht ein Werk Elisabeth Jacquet de la Guerres auf dem Programm, der einst wichtigsten Komponistin geistlicher Kantaten in Frankreich – einer Kunstform, die angeblich wie für die Franzosen gemacht sei, da sie nicht so lang, wohl aber so genussreich sei wie die Oper. Gesungen wird die der biblischen Judith gewidmete, betörend schöne Partie von der Sopranistin Joanne Lunn und begleitet vom Ensemble Le Concert Lorrain. Was ist solch einem Programm zum Abschluss noch hinzuzufügen? Ein Orgelkonzert: Bachs „Kunst der Fuge“ mit Bernhard Haas – vollendete Musik, die unvollendet blieb. Eine geheimnisvolle Nacht!



20.00 h
"Aliquoten, Schlüssel"
Didier François, Nyckelharpa solo

20.30 h
"Whispering Fragments of late Medieval Italy"
Werke von Jacopo da Bologna, Landini, Ciaconia und Dufay
Ensemble Mala Punica
Pedro Memelsdorff, Leitung

21.00 h
"Quadratur"
Streichquartette von Robert HP Platz (UA) und Helmut Lachenmann
Arditti Quartet

22.00 h
"Frage"
A cappella-Chorwerke von Johannes Brahms und Frank Martin
Kammerchor Consono
Harald Jers, Leitung
 
23.15 h
"Zeit und Klang"
Stahlquartett Dresden
Jan Heinke, Alexander Fülle, Michael Antoni, Peter Andreas

24.00 h
"Gewissen"
Elisabeth Jaquet de la Guerre: Judith
Joanne Lunn, Sopran
Ensemble Le Concert Lorrain
Stephan Schultz, Leitung

01.00 h
„Die Kunst der Fuge“ BWV 1080, Contrapunctus I–VII von Johann Sebastian Bach
Bernhard Haas, Orgel

WDR 3 live ab 20:05 h
Moderation: Sabine Weber und Michael Struck-Schloen

Abendkasse 27 Euro, ermäßigt 16 Euro
VVK 31 Euro, ermäßigt 19 Euro

 

FREITAG/SAMSTAG 6./7. JULI

Deutzer Brücke |14 h bis 14 h

"BrückenMusik 18 – Vierundzwanzig Stunden lang"
Leif Inge: „9 Beet Stretch“, eine auf 24 Stunden gestreckte elektronische Version von Beethovens 9. Symphonie

Christian Jendreiko: „Pfeile der Sehnsucht nach dem anderen Ufer“, Aktion für 24 Stunden, 6 Akteure, 6 elektrische Gitarren, 6 Verstärker & die Deutzer Brücke.

Eintritt 5 Euro, für Besucher der ROMANISCHEN NACHT frei

In Zusammenarbeit mit dem Festival Romanischer Sommer und mit freundlicher Unterstützung durch Stadt Köln, Kulturamt und Deutschen Musikrat.
Weitere Informationen: www.brueckenmusik.de