Mitwirkende 2021


33zwo  Johanna und Elisabeth Seitz
Albrecht Maurer und Kerstin de Witt
ARPARLA – Davide Monti und Maria Christina Cleary 
CALMUS Ensemble
Hornroh Modern Alphorn Quartet 
Janning Trumann Large , Ltg. Janning Trumann
Joel von Lerber 
Les LumièresChristine Corvisier, Ltg. Michel Rychlinski
Lo Cor de la Plana
Minguet Quartett
Monochrome Project Marco Blaauw
Sanstierce feat. Rimonda Naanaa
Voces Suaves
Windspiel Duo für Neue Musik (Eva Zöllner, Verena Wüsthoff)  &  Constantin Herzog



Janning Trumann griff zur Posaune, weil er mit Freunden in der Schulbigband spielen wollte. Mit 15 spielte er im Landesjugendjazzorchester, 2007 wurde er Jungstudent bei Nils Landgren in Hamburg. Nach dem Abitur wechselte er an die Hochschule in Köln, absolvierte Bachelor und Master und ging danach zwei Jahre nach New York. 2011, 2014 und 2015 gehörte Trumann zum JazzBaltica-Ensemble, trat mit eigenen Projekten u.a. auf dem moers festival, Elbjazz Festival oder den Jazzfest Berlin auf. Er spielt u.a. mit Dave Douglas, Donny McCaslin, Peter Erskine, Joachim Kühn, Joey Baron und regelmäßig in der WDR Bigband.

Lo Còr de La Plana, benannt nach einem Marseiller Stadtbezirk, wurde 2001 von Manu Théron gegründet, der sich seit rund fünfundzwanzig Jahren dem okzitanischen Liedgut verschrieben hat – vor allem den antiklerikalen und antimilitaristischen Volks- und Arbeiterlieder der Trobaires Marselhè. Die musikalische Herkunft der fünf Sänger von Lo Còr de La Plana verbindet Elemente des klassischen Chorgesangs und der improvisierten Musik mit traditionellen provenzalischen Gesängen. Populäre Spiritualität, festliche Lieder und kritisch-humorvoller musikalischer Protest sind die drei Säulen und die Seele ihres Repertoires. Allerdings sind dem Ensemble musikalische Elemente von Pierre Schaeffers »musique concrète« bis zu den Ramones, von Bartók bis zu The Velvet Underground ebenfalls nicht fremd. Vielfältiger Groove und eine ausgefeilte polyphone Gesangstechnik, vor allem aber eine hörbare Freude an verschlungenen Melodien und Harmonien machen die Auftritte von Lo Còr de La Plana zu einem fesselnden Hörerlebnis.

Albrecht Maurer und Kerstin de Witt kennen sich über die Zusammenarbeit mit Flautando Köln und arbeiten seit 2013 an gemeinsamen Duo-Programmen. Ihre Kompositionen wurden speziell für Fidel und Blockflöte komponiert bzw. arrangiert. Sie spielen eigene Stücke mit weltmusikalischen Wurzeln und kombinieren diese mit bekannten historischen Kompositionen. Daraus entsteht eine ganz eigenständige Klangwelt mit viel Abwechslung und neuen Ideen. Das Duo gastierte bereits in verschiedenen Regionen Deutschlands sowie in Frankreich. Im Mai 2018 nahmen sie die Debüt CD Fly to Alhambra auf, die auf Nemu Records erschienen ist.

Kerstin de Witt ist Blockflötistin, ihre Schwerpunkte liegen im Bereich der Alten und der zeitgenössischen Musik. Sie konzertiert weltweit als Solistin und in verschiedenen Ensembles. Seit 1999 ist sie Mitglied von Flautando Köln. Kerstin de Witt war Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und Dozentin der Sommerakademie Alter Musik in Prachatice/Tschechien. Seit 2019 ist sie Professorin für Blockflöte und Kammermusik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Daneben arbeitet sie als Heilpraktikerin für Psychotherapie in Köln im Bereich Auftrittscoaching und Hochsensibilität.

Der Geiger und Komponist Albrecht Maurer studierte zunächst Viola, dann Violine an der Musikhochschule Köln und bei Johannes Fritsch und Klarenz Barlow. Erfahrungen in Neuer Musik und experimentellem Musiktheater sammelte er mit Komponisten aus der Schule Mauricio Kagels, darunter María de Alvear, Carola Bauckholt und Manos Tsangaris. Seit 2003 ist er Mitglied des Pariser Ensembles Dialogos, u.a. mit Gotischer Fidel, Lyrics und Rebec und experimentiert mit seiner Stimme und mit der Rahmentrommel. Albrecht Maurer konzertiert weltweit und wirkte bei ca. sechzig Rundfunk – und über dreißig CD-Produktionen mit.

Das Minguet Quartett – gegründet 1988 – zählt heute zu den international gefragtesten Streichquartetten und gastiert in allen großen Konzertsälen der Welt, wobei seine so leidenschaftlichen wie intelligenten Interpretationen für begeisternde Hörerfahrungen sorgen – „denn die Klang- und Ausdrucksfreude, mit der das Ensemble die Werke zur Sprache bringt, belebt noch das kleinste Detail“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Namenspatron ist Pablo Minguet, ein spanischer Philosoph des 18. Jahrhunderts, der sich in seinen Schriften darum bemühte, dem breiten Volk Zugang zu den Schönen Künsten zu verschaffen: Das Minguet Quartett fühlt sich dieser Idee mehr denn je verpflichtet.

Joel von Lerber erhielt im Alter von sechs Jahren den ersten Harfenunterricht am Konservatorium Bern. Auf das Bachelor- Studium in Basel bei Sarah O’Brien folgten 2014 der Master in Zürich und 2016 und 2019 das Konzertexamen bei Maria Graf an der Berliner Hochschule für Musik Hanns Eisler. Joel ist Preisträger vieler internationaler Wettbewerbe, u.a. des renommierten International Harp Contest in Israel. Als Solist spielt er regelmäßig u.a. mit dem Berner Kammerorchester, dem Philharmonischen Orchester Vorpommern, dem Konzerthausorchester Berlin und dem Filmorchester Babelsberg

Windspiel | Duo für Neue Musik wurde im Jahr 2000 von Verena Wüsthoff (Blockflöten) und Eva Zöllner (Akkordeon) gegründet. Beide Musikerinnen haben sich als Spezialistinnen für zeitgenössische Musik im internationalen Konzertbetrieb einen Namen gemacht und arbeiten engagiert daran, das Repertoire für ihre Instrumente zu erweitern und in neuen Kontexten zu präsentieren. Nach 20 Jahren gemeinsamer Bühnenerfahrung begeistern die beiden Musikerinnen ihr Publikum mit lebendigen und authentischen Interpretationen. Eva Zöllner hat sie in den letzten Jahren mehr als 250 Werke uraufgeführt und ist nomadisch auf der Reise, um ihr Instrument in unterschiedlichsten Kontexten und Kulturen zu erkunden. Verena Wüsthoffs besonderes Interesse gilt der Aufführung zeitgenössischer Kammermusikwerke für Blockflöte, sowie der Entwicklung innovativer Konzert-Programme, in denen sich Musik und andere Kunstformen verbinden. Zu Windspiel gesellt sich Constantin Herzog, der als Bassist in und zwischen verschiedenen musikalischen Genres oszilliert: Neue Musik, Improvisierte Musik, Jazz, Alte Musik und Hörspiel mit Kontrabass, E-Bass, Violone und Elektronik. Er ist Gründungsmitglied von Impakt-Köln.

Homogenität, Präzision, Leichtigkeit und Witz – das zeichnet das Calmus Ensemble aus und macht das Quintett zu einer der erfolgreichsten Vokalgruppen Deutschlands. Geprägt von der Tradition der Thomaner sind die Sänger in der Vokalmusik der Renaissance, des Barock und der Romantik zu Hause. Sie haben zudem über die Jahre zahlreiche Kompositionen uraufgeführt und singen und arrangieren gerne Pop, Folk und Jazz. Die breite Palette an Klangfarben, ihre Musizierfreude, Klangkultur und einfallsreichen Programme begeistern immer wieder. Damit haben die fünf Leipziger eine ganze Reihe internationaler Preise und Wettbewerbe gewonnen – zuletzt den OPUS Klassik 2019 „Beste Chorwerkeinspielung“. Kein Wunder also, dass Calmus mit seiner Besetzung aus Sopran, Countertenor, Tenor, Bariton und Bass mit 50 bis 60 Konzerten im Jahr in ganz Europa und in den USA ein immer wieder gerne gesehener Gast ist und überall auf der Welt Fans hat.

Das Duo ARPARLA von Davide Monti (Violine) und Maria Christina Cleary (Harfe) ist von der Idee inspiriert, durch Musik – „parla“ bedeutet auf Italienisch „sprechen“ – und die vielfarbigen Klänge von Harfe und Geige zu kommunizieren. Davide und Maria begründeten 2013 die Helicona-Methode, die Musikimprovisation mit Tanz, Commedia dell’Arte, Fechten und Reiten lehrt, um den Geist zu öffnen und die körperliche Wirkung musikalischer Gesten zu verstehen. Das Duo tritt bei Alte Musik-Festivals weltweit auf und hat über achtzig CDs eingespielt. Davide war Konzertmeister und Solist des Europäischen Barockorchesters und Gastdirigent und Solist bei Tafelmusik Toronto und Camerata Brisbane. Maria ist Solistin u.a. beim Amsterdam Baroque Orchestra, dem American Bach Soloists und dem Portland Baroque Orchestra. Beide lehrten weltweit in über dreißig Konservatorien, u.a. an der Juilliard School in New York, und unterrichten heute am Konservatorium von Verona, Maria auch an der Haute École de Musique in Genf.

Seit bald zwanzig Jahren widmet sich das Hornroh Modern Alphorn Quartet von Balthasar Streiff, Michael Büttler, Jennifer Tauder-Ammann und Lukas Briggen intensiv der Erweiterung des Alphornspieles. Dabei scheut das Quartett aus Basel keinen Aufwand, um dem folkloristisch-traditionellen Genre neuzeitliches Denken gegenüber zu stellen. In Eigenproduktionen und Koproduktionen mit Komponisten, Orchestern und Chören aus dem Bereich der zeitgenössischen Musik sucht das Ensemble immer wieder neue Wege. Ein Höhepunkt solcher Zusammenarbeit ist das concerto grosso Nr. 1 für vier Alphörner und großes Orchester, das der Komponist Georg Friedrich Haas für Hornroh geschrieben hat. Es wurde 2014 mit dem Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks uraufgeführt und seither mit den Orchestern des ORF, des SWR, des Tonhalle-Orchesters Zürich, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra u.a.m. öfters gespielt. Im Sommer 2020 veröffentlicht Hornroh sein neues Konzertprogramm Eigenbräu und damit auch seine gleichnamige vierte CD.

Aus einem Treffen 2014 im Kölner Zentrum für Alte Musik ZAMUS entstand Sanstierce mit Maria Jonas (Köln) – Sängerin & Tobairitz, Dominik Schneider (Essen) – Flöte & Quinterne und Bassem Hawar (Bagdad, Köln) – Djoze & Rahmentrommel, alle Spezialisten der modalen Musik. Die zwei Deutschen versuchen damit, die meist mündlich überlieferte Musik des Mittelalters wiederzubeleben. Das Anliegen des Irakers ist es, die mündlich tradierte arabische Musik, geboren im mittelalterlichen Bagdad, nicht sterben zu sehen. Fuhren noch vor wenigen Jahren westliche Musiker in die arabischen Länder, um ganz nah am Original zu sein, trifft man sich heute in Köln…oder Berlin, Paris, London, aber nicht mehr in Bagdad, dem Irak oder in Syrien…Die Musiker von Sanstierce musizieren auf der Basis ihrer jeweiligen modalen Kultur. Die Welten verschmelzen und doch bleibt jeder in seiner. Würde man es „cross over“ nennen? Besser passt der Begriff „free modal music”. Whatever it is, it’s about people and music.

In ihrer Heimat ist sie eine Berühmtheit, sie trat schon im syrischen Frühstücksfernsehen auf: Die syrische Kanun-Spielerin Rimonda Naanaa ist vor dem Krieg über das Mittelmeer nach Deutschland geflohen. Die zitherartige Kanun ist tonangebend im arabischen Orchester. Rimonda schloss ihr Studium an der Hochschule für Musik in Damaskus ab und war erste Preisträgerin des nationalen syrischen Kanun-Wettbewerbs 2008. In Deutschland war sie bereits 2009 als Teilnehmerin im Festival junger Künstler in Bayreuth. Sie gibt heute als Solistin Konzerte und arbeitet mit Ensembles wie Sanstierce.

Die Weiterentwicklung der Trompete, ihrer Technik und ihres Repertoires in Ensemblemusik und solistische Projekte, in der komponierten und der improvisierten Musik ist Ziel und Anliegen von Marco Blaauw Komponisten unserer Zeit wie Zorn, Haas, Mundry, Rihm und Saunders haben ihm Werke zugeeignet, er arbeitete zudem intensiv mit Karlheinz Stockhausen zusammen. Seit 1994 ist Marco Blaauw festes Mitglied des Ensembles Musikfabrik. Seine Arbeit in Ensembles und als Solist führten ihn um die Welt und ist in zahlreichen Rundfunk- und CD-Produktionen dokumentiert.

Monochrome Project: Inspiriert durch die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Komponisten La Monte Young gründete Marco Blaauw in 2015 ein Trompeten-Ensemble mit dem Ziel, im Rahmen verschiedenster Projekte und durch die Erarbeitung diverser Kompositionen die enorme Variabilität der Trompetenklänge und Spieltechniken zu erkunden. Das Ensemble ist reduziert auf den Klang der Trompete um damit den verblüffende Vielfalt zu zeigen. Durch Multiplikation, dichte Klangfeldern, subtile Farbwechsel, stufenlose und extreme Dynamische Kurven aber auch durch Bewegungen, wandelnde Distanzen und Perspektiven, wird die eine Klangfarbe zu Grundlage und Akzent zugleich. Das Projekt Monochrome beweist, dass weniger auch mehr sein kann.

„Wenn der Himmel rockt“ (Augsburger Allgemeine): Die Schwestern Johanna und Elisabeth Seitz sind einzeln international gefragte Instumentalistinnen, zusammen sind sie das Ensemble 33zwo. Die Harfenistin Johanna Seitz und die Hackbrettspielerin Elisabeth Seitz haben ihr Duo nach dem biblischen Psalm 33 benannt. Dessen zweiter Vers ruft zum Loblied des Herrn mit Harfe und Psalter auf, und es ist wahrlich ein himmlischer Klang, den die beiden Musikerinnen ihren Instrumenten entlocken. Sie haben zeitgenössische Kompositionen angeregt und uraufgeführt sowie Originalmusik für die „himmlische Besetzung“ wieder neu entdeckt und sind damit auf internationalen Kongressen und Podien zu Gast, z.B. Dresdner Kunstfest, World Harp Congress Genf, International Harp Festival in Kattowitz, 100-Snaren-Festival Lommel, Festival Concerti delle Camelie in Locarno oder beim Musikfestival Bündner Barock.

Musik verbindet: Die Klangkörper von Les Lumières fördern Kunst und Kultur im Geiste von Weltoffenheit und Völkerverständigung mit dem gemeinsamen Ziel eines herausragenden musikalischen Ergebnisses. Initiiert wurden das Orchester mit einer Stammbesetzung von dreißig Orchestermusiker*innen und der fünfundzwanzig Stimmen umfassende Chor von dem französischen Organisten und Kirchenmusiker Michel Rychlinski als Beitrag zu europäischen demokratischen Werten und für den Frieden zwischen den Völkern. Nicht nur durch Repertoireauswahl und Besetzung leistet der gemeinnützige Verein einen Beitrag zum Dialog: Der kooperative Gedanke erstreckt sich auch auf das gemeinsame Musizieren professioneller Musiker mit Nachwuchsmusikern. Routinierte Instrumentalist*innen und Sänger*innen finden in immer neuen Besetzungen zusammen und fördern so Berufsanfänger*innen. Das Ensemble ist Mitglied vom ZAMUS Köln und von „Kultur öffnet Welten“. Der Ensemblevorstand bringt Erfahrungen aus dem Bildungsbereich und aus der Wirtschaft ein.

Michel Rychlinski schloss 2011 sein Studium im Fach Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln mit dem Master ab und war anschließend als Seelsorgebereichsmusiker für die Musikplanung im Kölner Westen zuständig. Seit 2012 ist er Dozent für Chorleitung u.a. für die Musikschule des Essener Doms, den Landeschorverband NRW oder die Kölner Philharmonie und leitet Oratorien und andere Großprojekte. 2018 ließ er sich zum Kulturmanager ausbilden. Michel Rychlinski ist Gründer des der Völkerverständigung gewidmeten Ensembles Les Lumières und tritt weltweit als Konzertorganist auf.

Christine Corvisier (Saxophon, Flöte, Klarinetten) stammt aus Perpignan. Nach ihren Studien an den Konservatorien von Nizza und Amsterdam und einem Stipendium in New-York City bei Joshua Redman, Chris Cheek, David Binney und Donny McCaslin und George Garzone sowie zahlreichen Engagements in verschiedensten Jazz-Formationen zog sie 2010 nach Deutschland, wo sie ein Quintett mit einigen der besten Musiker der Kölner Jazzszene gründete. Über die Grenzen der Region hinaus ist sie heute als virtuose und gleichzeitig melodische Improvisatorin und Komponistin anerkannt.

Das 2012 gegründete preisgekrönte Ensemble Voces Suaves ist ein Vokalensemble aus Basel, das Musik der Renaissance und des Barock in solistischer Besetzung aufführt. Es besteht aus einem Kern von acht professionellen Sängerinnen und Sängern, von denen die meisten einen Bezug zur Schola Cantorum Basiliensis haben. Historisch informiert strebt es in italienischen Madrigale, Werken des deutschen Frühbarocks und grösser besetzten italienische Oratorien und Messen eine fesselnde Rhetorik verbunden mit einem warmen und vollen Gesamtklang an, der die Musik emotional unmittelbar erlebbar macht. Durch die mehrjährige intensive Zusammenarbeit ist eine grosse Vertrautheit im musikalischen Schaffen entstanden.