Mitwirkende

MerzougaDas KlarinettenduoKrisztian PalágyiGraindelavoix – Neue Vocalsolisten StuttgartCatherine AglibutUlrike BeckerChristian GerberClaudio PuntinEnsemble CorundStephen SmithThe Orlando Consort – Mariana Sadovska Stefan TemminghEnsemble Dialogos – Kammerchor Consono – Harald Jers


 


Seit 2002 arbeiten die Computermusikerin Eva Pöpplein und der E-Bassist und Radio-Autor Janko Hanushevsky als Duo unter dem Namen Merzouga miteinander. Sie spielen Konzerte, produzieren kulturelle Features und Hörspiele und komponieren Klangkunst, sowie Musik für Hörspiel, Theater und Film. Ihre Rundfunkproduktionen wurden von allen ARD-Anstalten, dem Schweizer Rundfunk, dem österreichischen, irischen, kroatischen, rumänischen und finnischen Rundfunk gesendet und mehrfach international ausgezeichnet. Zwei Arbeiten wurden als Live-Hörspiele beim 1. & 3. Kölner Kongress im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks live aufgeführt und übertragen. Ihre neue Klangkomposition mit dem Bariton Holger Falk wurde im April 2019 in der Elbphilharmonie Hamburg uraufgeführt. Merzouga arbeitet zusammen u.a. mit Christian Brückner, Ueli Jäggi, Felix von Manteuffel, Leslie Malton, Lucas Niggli, Holger Falk, Gianluigi Trovesi, Peter Herbert und Marco Lobo.

Die beiden Klarinettisten Beate Zelinsky und David Smeyers arbeiten seit 1980 als „Das Klarinettenduo“ zusammen. Durch ihre Kooperation mit Komponisten unterschiedlichster Stilrichtungen entstanden fast 50 Klarinettenduos und viele weitere Werke, Adriana Hölszky, Nikolaus Brass und Atli Ingólfsson widmeten ihnen Doppelkonzerte. Als „Das Klarinettenduo“, mit Partnern wie Streichquartett, Akkordeon, Kontrabass, Klavier und Stimme sowie mit anderen Kammerensembles und als Solisten spielten sie eine Reihe von LPs und CDs ein. Zuletzt erschien eine CD mit sämtlichen Kammermusikwerken von Nikolaus Brass für Klarinettenduo und Streicher sowie eine weitere CD mit den drei für sie komponierten Doppelkonzerten. Für ihr 40jähriges Jubiläum im Jahr 2020 planen die beiden Musiker als Rückschau und als Blick auf die Zukunft eine Konzertreihe mit von ihnen angeregten Werken, als Duo und gemeinsam mit vielen befreundeten Musikern.

Der Akkordeonist Krisztián Palágyi gewann als Solist bei nationalen und internationalen Wettbewerben insgesamt zwanzig erste Preise. Er war Masterstudent von Edwin Alexander Buchholz im Fach Akkordeon und von Prof. David Smeyers im Studiengang „Interpretation Neue Musik“ an der Hochschule für Musik Köln. Bei Festivals wie Viva Musica München, Acht Brücken Köln, Forum für Neue Musik Köln, Inselfestival, Best of NRW spielte er mehrere Uraufführungen. Krisztián Palágyi ist Stipendiat mehrerer Stiftungen, darunter der Yehudi Menuhin Live Music Now. Er spielt auf einem italienischen Instrument Bugari ’Black Line’ Omnia.

Graindelavoix wurde 1999 von Björn Schmelzer gegründet und wird seitdem von ihm geleitet. Der Belgier ist nicht nur Musiker, seine Interessen und Studiengebiete umfassen auch Anthropologie und Musikethnologie. Das Fundament des ungewöhnlichen Ensembles ist eine sehr umfassende historische Informiertheit. Diese wird zum Ausgangspunkt für einen experimentellen Ansatz, bei dem der eigentliche Vortrag der Musik im Zentrum steht. Die SängerInnen von Graindelavoix haben keine im klassischen Sinn geschulten Stimmen. Sie kommen aus verschiedenen Kulturkreisen und bringen deren besondere Gesangstechniken, Ornamentierungen und Improvisationsgepflogenheiten ein. Das resultierende heterogene Klangbild ist gleichzeitig die perfekte Voraussetzung für die größtmögliche Steigerung der expressiven Individualität der Sänger. So erzeugt Björn Schmelzer mit Graindelavoix immer wieder Musikmomente von beeindruckender Intensität.

Björn Schmelzer hat bei Forschungsaufenthalten vor allem die mediterrane Welt Süd-Italiens, Spaniens, Portugals und Marokkos kennengelernt und sich dabei auf das Vokalrepertoire und seine Aufführungspraxis spezialisiert. Er hat sich mit verschiedenen mittelalterlichen Vokaltraditionen auseinandergesetzt. In seiner Arbeit, die sich in seinen Publikationen und Konzertprogrammen widerspiegelt, verbindet er Erkenntnisse aus Anthropologie, Geschichte, Soziogeografie und Musikethnologie. Er konzipiert auch fiktionale und dokumentarische Filme, die sich oft mit den Ensemble-Projekten verbinden.

Die Neuen Vocalsolisten Stuttgart sind sieben Konzert- und Opernsolisten, vom Koloratursopran über den Countertenor bis zum schwarzen Bass, die sich vor allem als Forscher und Entdecker verstehen. Sie arbeiten regelmäßig mit arrivierten und jungen KomponistInnen in der Recherche nach neuen Klängen, Stimmtechniken und vokalen Ausdrucksformen zusammen. So entstand im Laufe der letzten 20 Jahre ein reiches, hochvirtuoses und weltweit einzigartiges Repertoire vokaler Kammermusik. Dabei bewegen sie sich insbesondere auf dem Terrain des gegenwärtigen Musiktheaters, unter anderem mit Werken von Georges Aperghis, Carola Bauckholt, Luciano Berio, Luca Francesconi, Lucia Ronchetti, Oscar Strasnoy und Claude Vivier. Partner des Ensembles sind hochkarätige Spezialistenensembles und Orchester, internationale Opernhäuser, die freie Theaterszene, elektronische Studios sowie zahlreiche Veranstalter von Festivals und Konzertreihen neuer Musik in aller Welt. 2018 brachten sie über 30 Werke zur Uraufführung.

Nach dem Violinstudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien wandte Catherine Aglibut sich der Alten Musik und dem Barockgeigenspiel zu. Es folgten Konzerte mit vielen renommierten Barockensembles, u.a. Lauttencompagney Berlin, Göttinger Händelfestspielorchester, La Dolcezza, Armonico Tributo, Concerto Pallatino mit denen sie auch zahlreiche CD-Aufnahmen realisierte. Sie ausserdem Mitglied des Ensembles „Die Knödel“: Mit dieser Musik, die sich zwischen Klassik, Jazz und Volksmusik bewegt, gab sie weltweit Konzerte. Sie arbeitete in vielen freien Projekten u.a. im Marstall Theater München oder mit Sasha Waltz.

Ulrike Becker studierte an den Hochschulen für Musik in Weimar und Berlin im Fach Violoncello und schloss ein Konzertstudium für Viola da Gamba an. Sie ist ständiges Mitglied der Lautten Compagney Berlin. Mit solistischen Aufgaben wurde sie beim Händelfestspielorchester Halle unter Howard Arman und bei der Akademie für Alte Musik Berlin unter Philippe Herreweghe betraut. Sie ist Mitbegründerin des Trio L`Arabesque. Sie ist als Ensemblespielerin zu einer führenden Stimme in der Barockszene geworden, ebenso auch als Solistin, zuletzt mit sehr persönlichen Bearbeitungen der Werke Erik Saties für Solo-Gambe.

Christian Gerber ist einer der bekanntesten und vielseitigsten Bandoneónisten in Europa. Mit seinem 2001 gegründeten „Quinteto Ángel“ gastiert er europaweit und trat mit zahlreichen Größen des Tangos wie Alberto Podestá, Juan José Mosalini, Alfredo Marcucci, Raul Garello, Luis Stazo auf. Er wirkte bei zahlreichen Genreübergreifenden Projekten, Konzerten zeitgenössischer Musik sowie Film- und Theatermusik mit und schrieb Kompositionen für das Deutsche Theater und die Schaubühne Berlin sowie das Hamburger Schauspielhaus. Er tritt gemeinsam mit der Gruppe „Tangocrash“ auf und ist Teil der Gruppe „Stazo Mayor“ um Grammy-Preisträger Luis Stazo.

Auf allen Instrumenten der Klarinettenfamilie gilt Claudio Puntin als einflussreicher Solist und lyrisch-virtuoser Improvisator. Als seinen wichtigsten Lehrer bezeichnet er Sergiu Celibidache. Er gründete zusammen mit Max Loderbauer und Samuel Rohrer das Elektro-Akustische-Trio „AMBIQ“. Er schrieb Werke für Orchester, Chöre, Ensembles, Filme, Hörspiele und Theater und vertonte Werke von Orhan Pamuk, Anselm Kiefer, Daniel Kehlmann, Goscinny/Sempé. Claudio Puntin war erster Gewinner des WDR Jazzpreises 2004 und des goldenen Amadeus Frankfurt. Er ist Dozent für Klarinette an der Universität der Künste (JIB) Berlin und der Musikhochschule Köln.

Das Ensemble Corund ist seit seiner Gründung 1993 das einzige 
professionelle Vokalensemble der Zentralschweiz. Gründer und Leiter ist der Amerikaner/Schweizer Stephen Smith. Sein Name verpflichtet: Corund steht für Farbigkeit, Brillanz, Reinheit, Transparenz, Kostbarkeit, Dauerhaftigkeit, Dichte, kristalline Präzision. Die geistliche Musik der Renaissance und des Barock sowie Musik des 20. und 21. Jahrhunderts bilden die Schwerpunkte des Repertoires, eine werkgetreue, historisch orientierte, zugleich hoch expressive und lebendige Wiedergabe sind das Ziel der Arbeit. Die Kerngruppe des Ensemble Corund besteht aus 12 Sängerinnen und Sängern, die Besetzung variiert von 4 bis 40 Stimmen. Die Musiker haben alle einen Namen als Solisten und besitzen auch breite Erfahrung als professionelle Ensemblesänger und Instrumentalisten. Seit seiner Gründung veranstaltet das Ensemble eine eigene Konzertreihe in der Schweiz. 
CD-Aufnahmen sowie Radiosendungen tragen zur breiten Ausstrahlung seiner Arbeit bei.

Stephen Smith setzte sich nach Studienabschlüssen in den Fächern Orgel, Kirchenmusik und Dirigieren in den USA und der Schweiz intensiv mit dem geistlichen Repertoire der Renaissance und des Barock auseinander. Insbesondere interessieren ihn die historische Aufführungspraxis sowie die Querverbindungen zur zeitgenössischen Musik. Davon zeugen die Konzerte mit den von ihm gegründeten Ensemble Corund Luzern und Corund Barockorchester. Daneben ist er künstlerischer Leiter einer Konzertreihe für Chormusik in Luzern. Als innovativer Initiant von spartenübergreifenden Musikprojekten hat Smith die Musiklandschaft der Schweiz belebt.

Das Orlando Consort wurde 1988 durch das Early Music Network of Great Britain gegründet und erlangte schon bald großes Ansehen als eines der führenden Ensembles für die Musik der Jahre 1050 bis 1550. Seine Arbeit kombiniert musikalische Begeisterung mit wissenschaftlich fundiertem Fachwissen. Das Ensemble zeichnet sich durch hervorragende sängerische Fertigkeiten und einen einzigartigen Einfallsreichtum aus, der sich in der Originalität ihrer Programme spiegelt. Auftritte führten die englischen Sänger zu den größten Festivals in Großbritannien, darunter zu den BBC Proms und zum Edinburgh International Festival und auf Tourneen nach Europa, in das Baltikum, die USA, Kanada, nach Südamerika, Singapur, Japan und Russland. Das Ensemble hat eine umfangreiche Diskographie vorzuweisen, zuletzt erschien bei Hyperion die CD „The Gentle Physician“ die sechste in einer Reihe von Aufnahmen, mit denen das Ensemble die polyphonen Klänge Guillaume Marchauts erforscht.

Mariana Sadovska ist weltweit als Komponistin dramatischer Werke und Lieder, mit eigenen Konzerten als Sängerin und Multi-Instrumentalistin, mit multi-medialen Performances sowie als Schauspielerin und musikalische Leiterin von Schauspielprojekten tätig. Wesentliche Inspirationen findet sie in den traditionellen Musiken Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens, die sie systematisch klanglich erforscht, in neuen Arrangements und Eigenkompositionen zu ungewöhnlichen Klangbildern verwebt. 2013 wurde Mariana Sadovska mit dem Weltmusikpreis RUTH ausgezeichnet.

Stefan Temmingh, ECHO-Preisträger 2016 als Instrumentalist des Jahres (Flöte), gehört zur Weltspitze auf der Blockflöte. Als Spezialist für Alte Musik tritt er international bei renommierten Festivals und Konzertreihen mit seinem Barockensemble „The Gentleman’s Band“ auf. Als Solist gastiert er mit verschiedenen Orchestern weltweit, die er teilweise auch selbst leitet. Er initiiert und beteiligt sich an diversen Projekten und Uraufführungen von Neuer Musik. Seine aktuelle Vivaldi-CD wurde 2018 mit einem International Classical Music Award, der Editor’s Choice von Gramophone und dem Diapason d’or ausgezeichnet.

Das 1997 gegründete Ensemble Dialogos setzt sich aus SängerInnen und MusikerInnen unterschiedlicher Nationalitäten und Herkünfte zusammen. Schwerpunkt des von Katarina Livljanić geleiteten Ensembles ist die Erforschung mündlich und schriftlich überlieferter europäischer Traditionen vom Mittelalter bis heute, insbesondere aus der slawischen Region. Durch die musikwissenschaftlichen Studien Livljanićs erhalten über die Jahrhunderte überlieferte Geschichten, die auf mittelalterlichen Quellen, Chorälen, traditionellen Melodien und Polyphonien beruhen, ein musikalisch aktuelles Gewand. Das Ensemble tritt bei renommierten Festivals und in Konzerthäusern weltweit auf wie dem Metropolitan Museum in New York und der Cité de la musique in Paris. Es wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Diapason d’Or, „Choc“ von Monde de la Musique und dem „Coup de Coeur“ der Académie Charles-Cros. Dialogos wird unterstützt vom DRAC Île-de-France – Ministry of Culture, Hauptsponsor ist „Mécénat Musical Société Générale“.

Der Kammerchor Consono aus Köln wurde im Jahr 2001 von Harald Jers gegründet. In dieser Zeit hat er zahlreiche nationale und internationale Chorwettbewerbe gewonnen und sich so als einer der besten Kammerchöre Deutschlands etabliert. Regelmäßige Rundfunk- und Fernsehauftritte sowie CD-Einspielungen und Einladungen zu bedeutenden Musikfestivals unterstreichen die hohe chorische Qualität des Ensembles und das internationale Ansehen. Das Repertoire reicht von Musik der Renaissance und Barockzeit über die Romantik bis hin zu Chormusik des 20. und 21. Jahrhunderts. Ein Schwerpunkt des Ensembles liegt in der Erarbeitung bisher weitgehend unbekannter, anspruchsvoller A-cappella-Literatur sowie deren, dem jeweiligen Stil entsprechende, authentische Aufführungsweise. Herausragend sind der homogene Chorklang und die Transparenz der Stimmen, die aus der intensiven Beschäftigung mit der akustisch-musikwissenschaftlichen Forschung des Leiters Harald Jers rührt, die in die Proben- und Konzertarbeit einfließt.

Harald Jers ist Dirigent und Professor für Chorleitung an der Musikhochschule Mannheim. Neben seiner Dozententätigkeit an mehreren europäischen Musikhochschulen leitet er internationale Dirigierkurse. Ein besonderes Markenzeichen seiner Arbeit stellt die Kombination von verschiedenen Disziplinen dar, welche auf Studienabschlüssen in Dirigieren, Schulmusik, Kirchenmusik und Physik beruht. Musikalisches Hintergrundwissen durch intensive Forschungstätigkeit im Bereich Chor- und Raumakustik nutzt er zur qualitativen Verbesserung des Chorklangs, für eine effektivere Probenmethodik und zur optimierten Aufstellung von Orchester und Chor.