Priesterchor Kashoken der buddhistischen Shingon-Schule

Kary?binga Shômyô Kenky?kai

Das Ensemble "Kary?binga Shômyô Kenky?kai" (abgekürzt: Kashôken) wurde 1980 von jungen Priestern der buddhistischen Shingon-Schule gegründet. Erklärtes Ziel des Ensembles ist es, die Überlieferung, Erforschung und Verbreitung des Shômyô-Ritualgesangs in der Tradition des Buzan-Zweigs der Shingon-Schule zu pflegen und zu fördern. Shômyô ist (vergleichbar dem Gregorianischen Choral) unbegleiteter Solo- und Chorgesang der Priestergemeinde, der wie die buddhistische Lehre selbst auf indische Ursprünge zurückgeht. Der Name bedeutet soviel wie "Klarheit der Stimme" oder "Erleuchtete Stimme", was auf die religiöse Funktion dieser Vokalmusik hindeutet, nämlich das Streben hin zum buddhistischen Heilsziel der "Erleuchtung" zu befördern. Shômyô hat daher stets eine wichtige Rolle in den Zeremonien der Shingon-Schule gespielt und bildet darüber hinaus eine wichtige Grundlage der traditionellen japanischen Musikkultur insgesamt. Bereits 1966 waren einzelne Shingon-Priester unter Anleitung von Y?k? AOKI (1891-1985), Erzabt des Hasedera-Tempels (des Zentrums des Buzan-Zweigs), in öffentlichen Veranstaltungen mit der Präsentation der alten liturgischen Gesänge aufgetreten und auf großes Interesse gestoßen. Es folgten weitere Auftritte in Japan (vor allem im Nationaltheater Tokyo) sowie im Jahre 1973 eine Europa-Reise mit vielbeachteten Auftritten u.a. in mehreren deutschen Städten. 1980 organisierte sich der bis dahin lose Zusammenschluß einzelner Priester-Sänger unter dem Namen "Kary?binga Sh?my? Kenky?kai" (Kary?binga-Vereinigung zur Erforschung des Sh?my?-Ritualgesangs) zu einem festen Ensemble. "Kary?binga" ist die japanische Aussprache des Sanskrit-Worts "Kalavinka", das einen mythischen, für seinen schönen Gesang bekannten Wundervogel bezeichnet, der im Buddhismus als Symbol transzendenter Erkenntnis gilt. Das Ensemble zählt heute knapp 80 Mitglieder, die sich von verschiedenen Shingon-Tempeln aus ganz Japan rekrutieren. Seit 1980 ist das Ensemble in verschiedener Besetzung mehrfach im Ausland aufgetreten: z.B. 1984 in den USA, 1986 in Deutschland, in jüngster Zeit vor allem im Rahmen buddhistisch inspirierter Werken zeitgenössischer japanischer Komponisten (M. Ishii, T. Hosokawa, I. Matsushita u.a.). Bei ihrer Deutschland-Reise im Mai-Juni 2002, die mit mehreren Auftritten beim Festival "Musica Sacra International" in Marktoberdorf ihren Anfang nahm, durch weitere zehn Städte führte und eine Fernsehproduktion des WDR umfasste, präsentierte das Ensemble größere Ausschnitte aus den traditionellen Musikzeremonien des Shingon-Buddhismus.

Veranstaltung          
Sh?my? - Liturgische Ges?nge des japanischen Shingon-Buddhismus
Sh?my? - Liturgische Ges?nge des Japanischen Shingon-Buddhismus
Liturgische Gesänge des japanischen Shingon-Buddhismus begegnen mittelalterlichen Gesängen aus europäischen Frauenklöstern