»Gloria in excelsis Deo« ist das Motto, welches auf die Programmsäulen der langen Nacht verweist, die vier sogenannten lutherischen Messen (BWV 233 bis 236), die Johann Sebastian Bach in seinen ersten Leipziger Jahren komponierte: selten aufgeführte Werke des großen Meisters, aber wahre musikalische Kleinode!
Für die Aufführung der Messen konnte der prominente englische Bach-Forscher und Dirigent Andrew Parrott gewonnen werden, dessen kontrovers diskutiertes Buch zur Aufführungspraxis der Chormusik von Bach im letzten Jahr auch in deutscher Sprache erschienen ist („Bachs Chor – Zum neuen Verständnis“ bei Metzler / Bärenreiter). Die Romanische Nacht wird zur Bühne eines höchst lebendigen musikalischen Diskurses, denn mit Andrew Parrott und seinem Taverner Consort musiziert Das Neue Orchester Köln, das mit seinem künstlerischen Leiter Christoph Spering in der Regel eine andere Tradition der historischen Aufführungspraxis
pflegt.
Jede der vier Messen wird im Verlauf der langen Nacht mit einem kontrastierenden Konzertteil verbunden: Kammermusikalische Werke des Kölner Komponisten
Georg Kröll (*1934), klassische indische Musik mit dem prominenten Sarangi-Spieler Dhruba Ghosh und improvisierte „romanische Metamorphosen“ mit den Musikern Claudio Puntin und Markus Stockhausen.
Umrahmt wird das Programm mit Gesängen der Hildegard von Bingen. Die in der Tradition des Ensembles Sequentia von Maria Jonas neu begründete Frauenschola Ars Choralis Coeln gibt in der Romanischen Nacht 2004 ihr großes Debüt.
