SO 03.06

Sonntag

03. Juni 2018


15
Uhr

museum schnütgen / st. cäcilien / Garten
Vernissage: On Air, RE-INSTALLATION, Köln 2018/1984 
Elektrische Kabel, elektro-magnetische hörwürfel, zehnkanalige komposition

(Ausstellungsdauer Di, 05.06. bis So, 01.07.2018)

Christina Kubisch – ON AIR

Im Garten des Museum Schnütgen durchziehen grün-gelbe Elektrokabel wie Schlingpflanzen die Zweige der langen Buchenhecke, direkt über der langen Sitzbank, die zum Verweilen und Hören einlädt. Die Klanginstallation „On Air“ ist eine Arbeit mit einer Übertragungstechnik, die Kubisch Anfang der 80er Jahre speziell entwickelt hat. Kleine modifizierte Telefonverstärker, eingebaut in ein kubisches Gehäuse, übertragen eine zehnkanalige elektro-akustische Komposition über ein System von im Raum verspannten Kupferkabeln, die einen visuellen und gleichzeitig akustischen Raum bilden. Die Würfel können entweder direkt ans Ohr gehalten oder auch mit den Händen zwischen den Kabelfeldern bewegt werden. Je nach Nähe zu den induktiven Kabelschleifen und eigenen Bewegungen ergeben sich immer neue Überlagerungen von Klängen, selbst eine minimale Körperbewegung erzeugt unterschiedliche Klangfolgen. Besucher/innen werden zu einem „Mixer“, denn Stücke lassen sich individuell zusammenstellen, kompositorische Parameter wie Klangdichte, -farbe und -lautstärke selbst bestimmen – atmosphärisch zudem beeinflusst von Wetter, Umweltgeräuschen und Verweildauer im Garten, die ganz individuelle Klangzeit-Komposition-Intervalle erzeugen.

Für die Arbeit im Garten des Museums wurden die Hörwürfel nach 34 Jahren neu gebaut und erstmals seit 1984 wieder eingesetzt. Viele Arbeiten, die mit der Hörwürfel-Technik entstanden, beinhalten Naturklänge. „On Air“ lässt in dieser Re-Installation ausschließlich verschiedenste Vogelstimmen hörbar werden. Die grün-gelben Elektrokabel, die schlingpflanzenartig den Garten durchziehen, laden zum Verweilen und Hören ein, denn jede der zehn Kabelspulen enthält andere Vogelgesänge, die sich bei Entlanggehen mit den Hörwürfeln mischen. Einige dieser Stimmen mögen so fremd und unbekannt erscheinen, dass man sie für künstliche Konstrukte halten könnte. Was ist echt, was ist falsch? Echte Vögel sind im Museumsgarten selten zu hören, dafür mischen sich als Begleitung zu den Vogelstimmen die leisen Stromklänge der vorbeifahrenden Straßenbahnen, die ebenfalls von den Magneten der Hörwürfel empfangen werden.

Christina Kubisch gehört zu ersten Generation der Klangkünstlerinnen. Die ausgebildete Komponistin hat zur Realisierung ihrer Installation Techniken wie die elektromagnetische Induktion künstlerisch weiterentwickelt. Das System der elektromagnetischen Induktion, das Chistina Kubisch ständig technisch und künstlerisch weiterentwickelt hat, wurde zum Ausgangspunk für ihre Klanginstallationen, die seit 1980 in Europa, Asien, Nord- und Südamerika und Australien realisiert wurden. Seit 1986 tritt in ihren Arbeiten das Licht als gestalterisches Element zur Arbeit mit Klang hinzu. 

In Zusammenarbeit mit der Klangkunstreihe soundwaves 2017-18, kuratiert von Georg Dietzler (www.gerngesehen.de) . Dank allen Förderern: Musikfonds e.v. mit projektmitteln der beauftragten der bundesregierung für kultur und medien, kunststiftung NRW, kulturamt der stadt köln und den kooperationspartnern museum schnütgen und 30 jahre romanischer Sommer.

Eintritt: museumsticket inklusive Klanginstallation (Öffnungszeiten des musuems: Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr sowie am Do, 07.06.2018 von 10-22 Uhr)

 
 FOTO: christina kubisch bei einer Installation 2002  © gothenburg


18
Uhr

st. ursula
Missa Pascale 

PIERRE DE LA RUE (ca. 1460/70-1518)

ENSEMBLE AMARCORD 
Wolfram Lattke, Tenor
Robert Pohlers, Tenor
Frank Ozimek, Bariton
Daniel Knauft, Bass
Holger Krause, Bass

WDR-Mitschnitt (Sendetermin voraussichtlich 11.07.18)

Mit schlichtweg perfekter Abstimmung von Phrasierung, Aussprache und Dynamik, als seien sie seit jeher füreinander bestimmt, lotet das ensemble Amarcord die ganze Skala an Ober – und Zwischentönen aus, um im nächsten Moment das Auditorium mit einem reinen Akkord widerstandslos zu verzaubern. Pierre de la Rue ist einer der letzten großen Meister der franko-flämischen Polyphonie – das Ensemble entführt meisterhaft in die Blütezeit und Hochkultur der Renaissance.

VVK: 22 € / ermässigt 15 € 

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FOTO: ARMARCORD – DOTS CRUSHED © NICK BEGBIE


20
Uhr

museum für angewandte kunst köln
Gesicht

PERFORMANCE-INSTALLATION 

Florentin Ginot, Konzeption und Kontrabass
Frédéric Stochl, Choregraphie
Michelle Agnès Magalhaes / Florentin Ginot, Klangkomposition
Alissa Maestracci, Bühne und Skulpur
Marie-Hélene Pinon, Licht-Design
Frédéric Stochl / Florentin Gingt, Performance

Gesicht ist eine 2016 uraufgeführte Inszenierung von Florentin Ginot, in der sich bildnerische, musikalische und choreographische Ideen auf immer wieder neuen, ungewohnten Wegen begegnen, einander kreuzen, berühren, zwingen, die Richtung zu ändern. Als einstündiges Konzert ist Gesicht ein Duett von zwei Darstellern, einem Musiker und einem Tänzer, der auf einer Bühne auftritt, auf der sich das Publikum mit den Gipsstatuen vermischt.

Gesicht beschwört menschliche Gewalt und ihren Widerhall in der Körperlichkeit der Statuen, der Performer und schließlich des Publikums. Durch musikalische, choreografische und visuelle Mittel, auch Dokumentarfilme, führen die beiden Darsteller das Publikum in einen miteinander geteilten und interaktiven Raum, um dort die Anfänge von Gewalttaten in unserer Geschichte zu ergründen.

Das Publikum betritt eine Welt voller komplexer Klänge, voller Sand und Skulpturen mit gefrorenen und beschädigten Körpern. Dabei kommt es zur Begegnung mit den beiden Musikern, dem Performer und dem Tänzer, neben undeutlichen menschlichen Formen.

Das Projekt wird im Rahmen einer europäischen und internationalen Zusammenarbeit konzipiert. Die verschiedenen Schritte des Schreibens, der Schöpfung und der Produktion finden in Deutschland, Frankreich und Belgien statt. 

Howknow production. Unterstützt von der Kunststiftung NRW in Zusammenarbeit mit ON-Neue-Musik Köln.

DieSE VEranstaltung muss aufgrund technischer Probleme leider entfallen. Bereits gekaufte Tickets werden an der Abendkasse des Museums für Angewandte Kunst Köln (Beginn Abendkasse 19.30 Uhr) oder an der Abendkasse von St. Ursula am 3. Juni um 18 Uhr (Beginn Abendkasse 17.30 Uhr) zurück erstattet.

NUR ABENDKASSE 15 € / ERMÄSSIGT 10 €


FOTO: performance installation gesicht, S t a t u e
© Alissa maestracci (aus: Projektbeschreibung 2017-2018)