Fr 08.06

Freitag

08. Juni 2018


13
Uhr

ST. severiN
Romanische Mittagspause – Les Chants des L’églises
Gerd Schmidt, Orgel

Programm:
Jan Pieterszoon Sweelinck: Ballo del Granduca
Jean Langlais: Suite Médiévale en Forme de Messe basse: Prélude – Tiento – Im

NUR konzertKASSE 10 € / ermässigt 5  €


10-18
Uhr

museum schnütgen / st. cäcilien / GARTEN
Vernissage: On Air, RE-INSTALLATION, Köln 2018/1984 
Elektrisches Kabel, elektro-magnetische hörwürfel, zehnkanalige komposition

(Ausstellungsdauer Di, 05.06. bis So, 01.07.2018)

Christina Kubisch – ON AIR

Im Garten des Museum Schnütgen durchziehen grün-gelbe Elektrokabel wie Schlingpflanzen die Zweige der langen Buchenhecke, direkt über der langen Sitzbank, die zum Verweilen und Hören einlädt. Die Klanginstallation „On Air“ ist eine Arbeit mit einer Übertragungstechnik, die Kubisch Anfang der 80er Jahre speziell entwickelt hat. Kleine modifizierte Telefonverstärker, eingebaut in ein kubisches Gehäuse, übertragen eine zehnkanalige elektro-akustische Komposition über ein System von im Raum verspannten Kupferkabeln, die einen visuellen und gleichzeitig akustischen Raum bilden. Die Würfel können entweder direkt ans Ohr gehalten oder auch mit den Händen zwischen den Kabelfeldern bewegt werden. Je nach Nähe zu den induktiven Kabelschleifen und eigenen Bewegungen ergeben sich immer neue Überlagerungen von Klängen, selbst eine minimale Körperbewegung erzeugt unterschiedliche Klangfolgen. Besucher/innen werden zu ein einem „Mixer“, denn Stücke lassen sich individuell zusammenstellen, kompositorische Parameter wie Klangdichte, -farbe und -lautstärke selbst bestimmen – atmosphärisch zudem beeinflusst von Wetter, Umweltgeräuschen und Verweildauer im Garten, die ganz individuelle Klangzeit-Komposition-Intervalle erzeugen.


FOTO: Impressionen von der Ausstellungseröffnung – Klang-Hecke im Museumsgarten   © Reinhard Doubrawa

Für die Arbeit im Garten des Museums wurden die Hörwürfel nach 34 Jahren neu gebaut und erstmals seit 1984 wieder eingesetzt. Viele Arbeiten, die mit der Hörwürfel-Technik entstanden, beinhalten Naturklänge. „On Air“ lässt in dieser Re-Installation ausschließlich verschiedenste Vogelstimmen hörbar werden. Die grün-gelben Elektrokabel, die schlingpflanzenartig den Garten durchziehen, laden zum Verweilen und Hören ein, denn jede der zehn Kabelspulen enthält andere Vogelgesänge, die sich bei Entlanggehen mit den Hörwürfeln mischen. Einige dieser Stimmen mögen so fremd und unbekannt erscheinen, dass man sie für künstliche Konstrukte halten könnte. Was ist echt, was ist falsch? Echte Vögel sind im Museumsgarten selten zu hören, dafür mischen sich als Begleitung zu den Vogelstimmen die leisen Stromklänge der vorbeifahrenden Straßenbahnen, die ebenfalls von den Magneten der Hörwürfel empfangen werden.

Christina Kubisch gehört zu ersten Generation der Klangkünstlerinnen. Die ausgebildete Komponistin hat zur Realisierung ihrer Installation Techniken wie die elektromagnetische Induktion künstlerisch weiterentwickelt. Das System der elektromagnetischen Induktion, das Chistina Kubisch ständig technisch und künstlerisch weiterentwickelt hat, wurde zum Ausgangspunk für ihre Klanginstallationen, die seit 1980 in Europa, Asien, Nord- und Südamerika und Australien realisiert wurden. Seit 1986 tritt in ihren Arbeiten das Licht als gestalterisches Element zur Arbeit mit Klang hinzu. 

In Zusammenarbeit mit der Klangkunstreihe soundwaves 2017-18, kuratiert von Georg Dietzler (www.gerngesehen.de) . Dank allen Förderern: Musikfonds e.v. mit projektmitteln der beauftragten der bundesregierung für kultur und medien, kunststiftung NRW, kulturamt der stadt köln und den kooperationspartnern museum schnütgen und 30 jahre romanischer Sommer.

Eintritt: museumsticket inklusive Klanginstallation (Öffnungszeiten des musuems: Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr)

 
FOTO: Künstlerin bei der Ausstellungseröffnung im Museumsgarten und Hörwürfel   © Reinhard Doubrawa


Romanische Nacht DER STIMMEN ab 20 uhr
in St. maria im kapitol

Die „Romanische Nacht“ – Musik und Ort verschmelzen zu einzigartigem Ambiente am Mittsommerabend.

STIMMEN und RAUMKLANG werden erlebbar aus unterschiedlichen kulturellen Perspektiven. Die Architektur von St. Maria im Kapitol lässt die Genrevielfalt über besondere Raumerfahrungen auf einzigartige Weise wirken.

Mittelalterliche Werke korrespondieren mit Uraufführungen, Tradition wird mit modernen Elementen angereichert und die Moderne bietet mancherlei überraschendes Klangerlebnis – eine musikalische Auseinandersetzung mit den vielfältigen Phänomenen von STIMMEN überraschen die Besucher mit Perspektivenwechseln. 

Sendung: WDR 3 Konzert Spezial Live ab 20.04 Uhr


20
Uhr

EURASIANS 5
Begegnungen aus der eurasischen Mitte

Eurasians 5:
Feruza Ochilova
, Gesang, Doira, Dutar
Negar Booban, Oud
Veronika Todorova, Akkordeon
Alex Morsey, Kontrabass, Gesang, Sousaphon
Caroline Thon, Saxophone

Interkulturelle musikalische Begegnungen im Zeichen vokaler Entdeckungsreisen: Künstler verschiedener Kulturkreise verbinden charakteristische Elemente miteinander zu Neuem – damit verbunden ist eine Offenheit gegenüber dem »Andersartigen« oder »Fremden«.

Gefördert durch das Goethe Institut


FOTO: Saxophonistin Caroline thon  © Peter Tümmers


20:45
Uhr

BEHOLD THE BLESSED LIGHT. Erster Teil: FÜRSTENHOCHZEIT 1568

MUSICA FIATA / capella ducale / ROLAND WILSON (Leitung)

Die Rekonstruktion der spektakulären Münchener Hochzeitsmusiken von 1568 ist zweifellos ein farbenprächtiges Werk, dass seine Zuhörer in Festtagsstimmung zu versetzen vermag. Im Februar 1568 wurde die Hochzeit des bayerischen Erzherzogs Wihelm V. mit Renata von Lothringen (Renée de Lorraine) gefeiert. Die Feierlichkeiten erstreckten sich über zwei Wochen und wurden sehr ausführlich von dem Hofsänger Massimo Troiano beschrieben. Die musikalischen Darbietungen wurden vom Hofkapellmeister Orlando di Lasso geleitet. Troiano beschrieb bei vielen Stücken die genauen – teilweise exotischen – Besetzungen, wofür neue Instrumente wie Dolzaina und Cornamusa rekontruiert werden müssen. In diesem dreiteiligen Konzert, das natürlich nur eine Auswahl beinhalten kann, werden alle weltlichen und geistliche musikalische Genres vertreten. Außer den Werken Orlando di Lassos wurden Kompositionen vor allem von Padovano – eine 24-stimmige Messe und Battaglia – und von Alessandro Striggio aufgeführt. Höhepunkt des Programms bildet die 40-stimmige Mottette Ecce beatam Lucem von Striggio – aufgeführt wie damals in München mit 8 Posaunen, 8 große Flöten, 8 Viole da Gamba und 16 Sängern. Übrigens: Der jüngere Bruder von Wilhelm V, Ernst von Bayern wurde 1583 Kurfürst und Erzbischof von Köln!


FOTO: MUSICA FIATA UND CAPELLA DUCALE MIT ROLAND WILSON  © Michal Mach


21:30
Uhr

La Voie de la Beauté

ENSEMBLE VARIANCES
Katarina Livljanic und Noa Frenkel, Alt
Thierry Pécou, Musikalische Leitung und Komposition

Geprägt durch Einflüsse entfernter Musikkulturen beschreitet der Komponist und Pianist Thierry Pécou seit jeher individuelle künstlerische Wege, um auf den „Ritual-Charakter von Musik“ zu verweisen. Das eigens gegründete Ensemble Variances folgt dieser Leitidee, spielt in Bewegung und eröffnet ein komplexes Geflecht von Rhythmen und Klängen, bezieht den Raum mit ein und lässt das Konzert selbst zu einer Art Ritual werden.

La Voie de la Beauté, der „Weg der Schönheit“, bezieht sich auf ein Heilungsritual, bei dem die Schönheit zum Vehikel der spirituellen Heilung von Körper und Geist wird. In seiner Komposition „Femme changeante, cantate des Quatre montagnes“ lädt Thierry Pécou die Zuhörer zu einer Reise in die mythologischen Erzählungen und Gesänge der Navajo-Indianer ein. Zu Beginn der Kantate erklingen mittelalterliche Gesänge, die ganz im Einklang mit der rituellen Atmosphäre der Kantate stehen.


FOTO: Ensemble variances  © Ensemble variances


22:30
Uhr

BEHOLD THE BLESSED LIGHT. zweiter Teil: FÜRSTENHOCHZEIT 1568

MUSICA FIATA / Capella Ducale / ROLAND WILSON (Leitung)


23:15
Uhr

Musik an Maria in Kapitol um 1600

ORLANDO DI LASSO, JEAN MOUTON, CRISTOBAL DE MORes U.A.

Ensemble Stimmwerck
Franz Vitzthum
Klaus Wenk
Gerhard Hölzle
Marcus Schmidl

Verschiedene Messen von Cristobal de Mores stehen im Mittelpunkt: Um die Mess-Ordinariumssätze ranken sich marianische Motetten (Andreas Pevernage) und eine Komposition zu Ehren der Hl. Barbara von Jean Mouton, der wiederum die Vorlagen für die meisten Messteile liefert. Mit einem „Magnificat“ von Orlando di Lasso schließt sich der musikalische Ausflug in die Renaissance genau so, wie sie – dem Capell-Inventar von 1615 zufolge – damals in St. Maria im Kapitol gepflegt wurde.


 

Tickets
Romanische Nacht

Abendkasse & VVK 30 € / ermäßigt 18 €

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vorverkauf bei KÖLNTICKET UND ALLEN ANGESCHLOSSENEN VORVERKAUFSSTELLEN

Information / Festivalkarten / Einzelkartenreservierung

Festivalpass 100 € / ermäßigt 60 €

Telefon 02232 – 215 40 00, kontakt@romanischer-sommer.de